Abendessen im Cafe Flora. Vegetarische und vegane Küche. Die Speisekarte klang zunächst einmal nur halb spannend, aber der Laden soll ja gut sein, also rein.
Und es war gut. Aufmerksamer Service und Stoffservietten sowie chlorfreies Wasser haben für das Ambiente gesorgt. Die Gerichte waren phantasievoll kombiniert und adrett angerichtet — und lecker! Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich keine Fotos gemacht habe.
Wer hätte gedacht, dass es eine gute Idee ist, Avokado im Bierteig zu frittieren und dazu Mangodip zu reichen? Oder Tofu mit einer Kokospanade zu überziehen?
Definitiv auf ausgefallensten war die Hauptspeise. Ravioli. Klingt erstmal ein bisschen langweilig. Allerdings gefüllt mit Brennesseln. Darüber eine Sahnesoße und Streifen Balsamico-Essenz. In der Mitte ein Klacks Rhabarber-Konfit. Eine wilde Kombination, aber superlecker. Und ihr wisst, dass ich beim Essen nicht soo leicht zu begeistern bin.
Den letzten Kick Exotik gab das "Gemüse", was es dazu gab: Fiddlehead Ferns, auf deutsch würde man vermutlich Farnwedel dazu sagen. Gibt's nur im Frühjahr und scheint in Deutschland relativ unbekannt zu sein, auf Wikipedia ist zumindest nichts dazu zu finden. Die kleinen gerollten Dinger werden in Salzwasser gekocht und schmecken leicht bitter und etwas schleimig. Wer die Okra-Schoten, die in der indischen Küche Verwendung finden, schon mal gegessen hat, weiß, was ich meine.
Zum Nachtisch Creme Brulee mit Holunderblüten, von denen ich allerdings ehrlich gesagt wenig geschmeckt habe.
Fazit: Nicht nur für Vegetarier phantastisch.
Sunday, May 16, 2010
Saturday, May 15, 2010
Kirche
Am Freitag war ich auf einem Konzert, an dem Peters Frau mitgewirkt hat. Jüdische und christliche Choräle aus verschiedenen Epochen. Das ganze fand in der St. James Cathedral statt, einer sehr eindrucksvollen Kirche. Wie ich gerade auf Wikipedia lese, wurde der Bau 1905 begonnen und das ganze dann etwas schneller als beim Kölner Dom bereits 1907 eingeweiht.

Interessant fand ich, wie das Spenden vor sich geht. Kein Klingelbeutel oder so. Nein, es gibt einen kleinen Umschlag, den man ausfüllen und beschriften kann. Damit sind dann Spendenquittungen ebenso möglich wie die Spende per Kreditkarte oder Scheck. Bemerkenswert ist auch die Tabelle mit den empfohlenen Spendenhöhen in Abhängigkeit des Jahreseinkommens.

Mindestens ebenso gut ist allerdings das "Welcome Back"-Programm, welches verirrten Schafen einen Lehrgang zum Wiederfinden des richtigen Pfades anbietet.

Das eifrige Missionieren scheint also gut institutionalisiert zu sein, immerhin hat es das Christentum schon bis zum meinem Standard-Thailänder geschafft. Man beachte auch, dass, ganz im Sinne des Calvinismus, Geld- und Glaubensfragen hier direkt Seite an Seite nebeneinander gedruckt wurden.
Interessant fand ich, wie das Spenden vor sich geht. Kein Klingelbeutel oder so. Nein, es gibt einen kleinen Umschlag, den man ausfüllen und beschriften kann. Damit sind dann Spendenquittungen ebenso möglich wie die Spende per Kreditkarte oder Scheck. Bemerkenswert ist auch die Tabelle mit den empfohlenen Spendenhöhen in Abhängigkeit des Jahreseinkommens.
Mindestens ebenso gut ist allerdings das "Welcome Back"-Programm, welches verirrten Schafen einen Lehrgang zum Wiederfinden des richtigen Pfades anbietet.
Das eifrige Missionieren scheint also gut institutionalisiert zu sein, immerhin hat es das Christentum schon bis zum meinem Standard-Thailänder geschafft. Man beachte auch, dass, ganz im Sinne des Calvinismus, Geld- und Glaubensfragen hier direkt Seite an Seite nebeneinander gedruckt wurden.
Tuesday, May 11, 2010
Amerikanische Waschmaschine
Amerikanische Waschmaschine
Originally uploaded by fxp
Damit ihr es euch besser vorstellen könnt, hier ein kleines Video. Die Trommel wird zuerst mit viel Wasser befüllt, dann setzt der gründliche Waschgang ein (siehe Video). Nach 40min ist die Wäsche dann fertig und geschleudert.
Monday, May 10, 2010
Parken
Meine Neighborhood
Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich das hier.

Hat eher was von einem Gewerbegebiet. Ganz in der Nähe ist auch die Autobahn, die ich als Arbeitsweg nutze: Die I-5, die sich quer durch Seattle (und nördlich bis Vancouver und südlich mindestens bis Portland) zieht.

Und hier mein "Häuschen" nochmal von außen.

Sieht schlimmer aus, als es ist. Denn das Gute ist wirklich die Lage. Ein paar Meter weiter wird es schon deutlich urbaner. (Wenn man die zwielichtige Greyhound-Busstation mal hinter sich gelassen hat.)

Das Paramount-Theater, wo ich das erste Mal den "Wicked" gesehen habe, ist auch nicht weit.

Und nach etwa 10 Minuten ist man zu Fuß am Pike Place Market. Während ich dahin gehe, höre ich die Möwen um die Hochhäuser kreisen und die Wasserflugzeuge, gerade vom Lake Union gestartet, über meinen Kopf fliegen.

Das ist schon sehr nett, so nah an allem dran zu sein. In die andere Richtung, nach Capitol Hill, ist es ähnlich nah, nur etwas hügeliger. In gut 5 Minuten bin ich am "Baltic Room", wo die Bollywood-Parties stattfinden.
Jetzt muss ich mir überlegen, ob ich weiterhin im Industriegebiet mit toller Lage wohnen will — oder doch noch mehr in einem der In-Viertel, dafür aber länger zum anderen brauche.
Hat eher was von einem Gewerbegebiet. Ganz in der Nähe ist auch die Autobahn, die ich als Arbeitsweg nutze: Die I-5, die sich quer durch Seattle (und nördlich bis Vancouver und südlich mindestens bis Portland) zieht.
Und hier mein "Häuschen" nochmal von außen.
Sieht schlimmer aus, als es ist. Denn das Gute ist wirklich die Lage. Ein paar Meter weiter wird es schon deutlich urbaner. (Wenn man die zwielichtige Greyhound-Busstation mal hinter sich gelassen hat.)
Das Paramount-Theater, wo ich das erste Mal den "Wicked" gesehen habe, ist auch nicht weit.
Und nach etwa 10 Minuten ist man zu Fuß am Pike Place Market. Während ich dahin gehe, höre ich die Möwen um die Hochhäuser kreisen und die Wasserflugzeuge, gerade vom Lake Union gestartet, über meinen Kopf fliegen.
Das ist schon sehr nett, so nah an allem dran zu sein. In die andere Richtung, nach Capitol Hill, ist es ähnlich nah, nur etwas hügeliger. In gut 5 Minuten bin ich am "Baltic Room", wo die Bollywood-Parties stattfinden.
Jetzt muss ich mir überlegen, ob ich weiterhin im Industriegebiet mit toller Lage wohnen will — oder doch noch mehr in einem der In-Viertel, dafür aber länger zum anderen brauche.
Tuesday, May 4, 2010
Rückkehr
Da bin ich wieder. Genau ein Jahr und einen Tag später als meine letzte Ankunft bin ich wieder in Seattle gelandet.
Göttlicherweise hatte ich einen Flug in der Business Class, so dass ich die Reise in vollen Zügen (bzw. in geräumigen Fliegern) genießen konnte. Warme gebrannte Nüsse, Vier-Gänge-Menü, geile Kopfhörer (solche, die die Ohren warm halten, ich kenne den richtigen Namen dieser Bauweise nicht) und elektrisch verstellbare Schlafsessel. Und ich persönlich fand's ja auch toll, dass es Glasgläser (das nennt man jetzt wohl Tautologie), Besteck aus Metall und Stofftischdecken und Servietten gab.
Die Immigration in Seattle war (nach etwas Schlange stehen) auch schnell erledigt, es gab eigentlich kaum Fragen, und auch nur vier statt der sonst üblichen zehn Fingerabdrücke wurden genommen. Gespannt war ich ja am meisten, weil ich auf dem Importformular ein paar "ja" angekreuzt hatte. Lebensmittel dabei: ja. Tiere angefasst: ja. Da wurde kurz nachgefragt, war aber alles kein Problem.
Als Mietwagen habe ich einen Nissan Altima 2.5S bekommen. Komfortabel und fährt sich gut, aber leider etwas lang und sperrig, ein richtiges Schiff.
Dann zur Wohnung gefahren. Da kann ich es auf jeden Fall erst mal aushalten, bis ich eine richtige habe. Seht selbst. Das hier ist der Eingangsbereich, mit der Schlafnische links.
Das lustige an dem Gebäde ist (finde ich), dass die unteren fünf Etagen quasi die Hochgarage sind, darüber die Wohnetagen. Bis zur zehnten wohl Corporate Housing (so wie ich), in der elften dann Hausmeister, Vermietung, Sonnenterasse, Party-, Fernseh-, Fitneß- und Yogaraum. Darüber die regulär vermieteten Etagen. Das ganze Ding wurde erst im April eröffnet und ist dementsprechend noch ziemlich leer. Ich sehe kaum andere Leute da.
Der Fahrstuhl ist der Hammer. Beschleunigt rasant. Die ersten Male wurde mir da noch etwas anders, mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt.
Das Haus liegt in einem Gebiet (Denny Triangle), was wohl gerade neu erschlossen wird. D.h. es ist relativ nüchtern, der Blick aus meinem Fenster zeigt mir Parkplätze, eine einsame schäbige Pizzeria, die amazon-Gebäude und einen klitzekleinen Teil der Stadtautobahn I-5.
Aber: Die Lage ist gar nicht schlecht und ziemlich zentral. Ruckzuck bin ich auf der Autobahn, und die Haupt-Einkaufsgegend liegt nur zwei Block entfernt. Zu Fuß bis zur Space Needle geht auch, und Bushaltestellen sind auch nicht weit entfernt. Erstmal habe ich mich im Nahe gelegenen Whole Foods ökologisch korrekt mit Lebensmitteln versorgt und dann man nächsten Tag die Umgebung erkundet. Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. (Na, wer erkennt das Zitat? Aus welchem Buch ist es?)
Göttlicherweise hatte ich einen Flug in der Business Class, so dass ich die Reise in vollen Zügen (bzw. in geräumigen Fliegern) genießen konnte. Warme gebrannte Nüsse, Vier-Gänge-Menü, geile Kopfhörer (solche, die die Ohren warm halten, ich kenne den richtigen Namen dieser Bauweise nicht) und elektrisch verstellbare Schlafsessel. Und ich persönlich fand's ja auch toll, dass es Glasgläser (das nennt man jetzt wohl Tautologie), Besteck aus Metall und Stofftischdecken und Servietten gab.
Die Immigration in Seattle war (nach etwas Schlange stehen) auch schnell erledigt, es gab eigentlich kaum Fragen, und auch nur vier statt der sonst üblichen zehn Fingerabdrücke wurden genommen. Gespannt war ich ja am meisten, weil ich auf dem Importformular ein paar "ja" angekreuzt hatte. Lebensmittel dabei: ja. Tiere angefasst: ja. Da wurde kurz nachgefragt, war aber alles kein Problem.
Als Mietwagen habe ich einen Nissan Altima 2.5S bekommen. Komfortabel und fährt sich gut, aber leider etwas lang und sperrig, ein richtiges Schiff.
Dann zur Wohnung gefahren. Da kann ich es auf jeden Fall erst mal aushalten, bis ich eine richtige habe. Seht selbst. Das hier ist der Eingangsbereich, mit der Schlafnische links.
Das lustige an dem Gebäde ist (finde ich), dass die unteren fünf Etagen quasi die Hochgarage sind, darüber die Wohnetagen. Bis zur zehnten wohl Corporate Housing (so wie ich), in der elften dann Hausmeister, Vermietung, Sonnenterasse, Party-, Fernseh-, Fitneß- und Yogaraum. Darüber die regulär vermieteten Etagen. Das ganze Ding wurde erst im April eröffnet und ist dementsprechend noch ziemlich leer. Ich sehe kaum andere Leute da.
Der Fahrstuhl ist der Hammer. Beschleunigt rasant. Die ersten Male wurde mir da noch etwas anders, mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt.
Das Haus liegt in einem Gebiet (Denny Triangle), was wohl gerade neu erschlossen wird. D.h. es ist relativ nüchtern, der Blick aus meinem Fenster zeigt mir Parkplätze, eine einsame schäbige Pizzeria, die amazon-Gebäude und einen klitzekleinen Teil der Stadtautobahn I-5.
Aber: Die Lage ist gar nicht schlecht und ziemlich zentral. Ruckzuck bin ich auf der Autobahn, und die Haupt-Einkaufsgegend liegt nur zwei Block entfernt. Zu Fuß bis zur Space Needle geht auch, und Bushaltestellen sind auch nicht weit entfernt. Erstmal habe ich mich im Nahe gelegenen Whole Foods ökologisch korrekt mit Lebensmitteln versorgt und dann man nächsten Tag die Umgebung erkundet. Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. (Na, wer erkennt das Zitat? Aus welchem Buch ist es?)
Sunday, October 18, 2009
#100
Ich bin zurück. 100 Blogpostings. Was sonst?
- 1000 neue Eindrücke
- 894 Fotos auf Flickr
- 165 Tage in Seattle
- 150 USD für Übergepäck
- 93 Facebook-Kontakte aus Seattle
- 80 EUR an sipgate
- 58 Fotoalben auf Facebook
- 30 gefundene Geocaches
- 23 Wochenenden
- 11 Abteilungskollegen
- 7 Bücher und 4 Reiseberichte/-führer
- 5 Kinobesuche
- 3 neue Handys
- 2 Mietwagen
- 1 neue Kamera
Damit beschließe ich feierlich diesen Blog.
Seattle, I love you.
The End.
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