Wednesday, June 24, 2009

Fremont Parade

Letztes WE waren die längsten Tage des Jahres, also die, wo es am frühesten hell und am spätesten dunkel wird. Anlässlich dieser Sommersonnenwende findet im Stadtteil Fremont die "Fremont Parade" statt.

Dabei ist es guter Brauch, dass diese von einer Menge nackter Radfahrer eröffnet wird.

Fremont Parade is just about to start.

Das ist in Amerika natürlich verboten, und der Bürgermeister ließ verlauten, dass er jeden verhaften lassen werde, der nackt radle. Wie jedes Jahr ist das allerdings wohl eine Pflichtaussage, um seine Hände in Unschuld zu waschen, denn Verhaftungen gab es keine, die Polizei sorgte sogar für die Sicherheit.

Von ganz nackt über oben-ohne bis hin zu phantasievollen Bemalungen mit Fingerfarben gab es eigentlich alles. Der Sinn hat sich mir nicht erschlossen, eine politische Nachricht scheint nicht dahinter zu stecken, es ist angeblich eine Tradition aus Hippie-Zeiten.

Fremont Solstice Parade is a crazy event.

Erstaunlich nicht nur, dass es das überhaupt hier gibt, sondern auch, dass Mütter einen bitten, zur Seite zu gehen, da sonst ihre Kinder die Nackedeis nicht richtig sehen können.

Surfing naked USA

Im Anschluss an die Radler folgt dann eine Art Karnevalsumzug. Hier geht es schon deutlich politischer zu, genaugenommen ziemlich liberal. So habe ich dort auch das Spaghettimonster kennen gelernt.

Jetzt werden die Tage also wieder kürzer. *seufz*

Tuesday, June 23, 2009

Flugzeugmuell?

Hier baut Boeing Flugzeuge. Aber was ist das drumherum? Flugzeugmuell? Muss ich mir wohl mal aus der Naehe ansehen.


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Sunday, June 21, 2009

Kreationismus und Spaghetti Monster

Wissenschaftliche Theorien kann man nicht beweisen. Man kann sie belegen, durch Experimente weiter erhärten. Sie bleiben so lange gültig, bis man das Gegenteil beweist.

Ist es mit der Religion nicht genau so? Auch sie kann Dinge erklären, aber ein Beweis ist nicht möglich.

(Der einzige Unterschied ist vermutlich, dass man zumindest weiß, wann eine wissenschaftliche Theorie falsch ist. Nämlich dann, wenn sie einem Experiment widerspricht. Religionen haben aber oft Klauseln eingebaut, die einen solchen Gegenbeweis untersagen. Nach dem Motto: "Jegliches Zweifeln an dieser Religion offenbart moralische Verwerflichkeit" oder "Das Handeln des höheren Wesens ist für uns prinzipiell nicht zu verstehen, da es so viel schlauer ist als wir.")

Dieser Argumentation folgend, wurde in einigen Staaten der USA durchgesetzt, dass in den Schulen neben der Evolutionstheorie zumindest gleichberechtigt der "Kreationismus" gelehrt werden muss, also die Schöpfungsgeschichte alttestamentarischer Art.

Klingt komisch, ist aber so. Und auch wenn ich diesen Entschluss irgendwie nicht "mag", fällt mir kein logisch fundiertes Argument dagegen ein. Bis auf einen (nicht zu führenden) Gegenbeweis ist auch die Schöpfungsgeschichte eine valide Argumentation. Es liegt in dieser Gedankenwelt dann eben einfach an unserem beschränkten Intellekt, zu verstehen, warum Gott große Knochen verbuddelt hat, damit wir denken, dass es mal Dinosaurier gegeben habe. Und das zu 99%(?) gleiche Genom von Mensch und Affe ist eben seine Art von Humor. Vermutlich liebt er es, uns zuzusehen, wie wir uns um eine Erklärung bemühen und dabei lächerliche Theorien wie die Evolution erfinden.

Die Gegner des Kreationismus lässt das nicht kalt, es gibt einige Pseudo-Religionen, die aus der Taufe gehoben wurden, um die Idee des Kreationismus ad absurdum zu führen. Symbol dieser Bewegung ist ein abgewandelter Christus-Fisch mit Füßen (Evolution vom Wasser zum Land) und dem Schriftzug "Darwin".



Sehr schön ist die Idee des "Intelligent Falling". In Anspielung auf den Kreationismus, der das "intelligent design" durch Gott propagiert, wird hier gefordert, neben dem Newton'sche Gravitationsgesetz eine alternative Theorie zu lehren, nach der Dinge nur zu Boden fallen, weil ein höheres Wesen jedes einzelne von Ihnen durch seine Macht nach unten drückt.

Eine andere Theorie postuliert eine um die Erde kreisende Teekanne, die aber prinzipiell nicht gemessen werden kann.

Worship the Flying Spaghetti Monster!

Meine bevorzugte Theorie ist allerdings das von einem Physiker ausgerufene Fliegende Spaghettimonster (FSM).


Dieses ist das höhere Wesen, es ist sogar ein Preisgeld von $1mn ausgelobt für den Beweis, das Jesus nicht das Kind des FSM ist.

Slogan der Religion ist "What would a pirate do?" untermauert von der These, dass Klimaerwärmung und zahlreiche andere Übel unserer Zeit mit der sinkenden Anzahl von Piraten korrelieren. (Das Diagramm findet sich in diesem nett zu lesenden offenen Brief.) Konsequenterweise hat Somalia, wo es viele Piraten gibt, den niedrigsten CO2-Ausstoß.

Ich glaube, ich trete bei. Hail the Flying Spaghetti Monster!

Wednesday, June 17, 2009

Deo auf den Unterarm

Die Aufschrift "apply on underarm only" auf meinem Deo machte mich stutzig. Am Unterarm schwitze ich eigentlich weniger.

Leo schafft Klarheit: Der Unterarm heißt "forearm", mit "underarm" ist die Achselhöhle gemeint. Passt.

P.S.: 1:0 für Leo, zumindest scheint mir das plausibler als die Meinung von dict.cc, dass mit "underarm" beides gemeint sein könne.

Tuesday, June 16, 2009

Zucker

Erstaunlich, was für ein lokales Geschäft Zucker nach wie vor ist.

Am billigsten ist Rohrzucker. Er kommt aus Ländern, wo Arbeit billig ist. Der europäische Zucker, der (außer vielleicht auf Reunion) aus Zuckerrüben produziert wird, ist deutlich teurer. Was also tun? Den Markt regulieren: 1968 trat die europäische Zuckermarktordnung in Kraft. Die WTO findet das anscheinend nicht so knorke, hat sie 2005 fur einige Änderungen gesorgt, Bestimmungen gelockert und auch den Export von EU-Zucker begrenzt.

Wenn ich die Darstellung der Zuckerwirtschaft richtig verstehe, gab es gar keinen Wettbewerb, die Preise wurden einfach festgelegt. Und das ist immer noch so, nur dass die Preise jetzt etwas niedriger sind.

Es gibt ein richtiges Zucker-Oligopol. Schlimmer noch als bei den Energieversorgen ist der Zuckermarkt schön aufgeteilt: Südzucker, Nordzucker und Pfeiffer&Langen ("Kölner Zucker") haben 95% des Haushaltszuckers fest im Griff.

Kein Wunder also, dass bei uns Rübenzucker immer noch am verbreitetsten ist. Teilweise wird dies mit Qualitätsvorteilen begründet, welche Unterschiede es da bei Zucker geben soll ist mir allerdings nicht klar. (Aber ich verstehe ja auch nichts von unverfälschten Digitalsignalen bei Übertragung über Goldkabel.)

Die USA spielen das Spiel auf ihre Weise. Zuckerrüben waren hier anscheinend nie besonders verbreitet, aber Mais gibt es in Massen. Zu viel. Und die Agrarlobby ist auch nicht untätig. Da muss subventioniert werden, der Mais muss unter's Volk. Wie gerufen kam da ein 1957 entwickeltes Verfahren, um Maissirup in eine Mischung aus Fruktose und Glukose aufzuspalten, dem sog. High Fructose Corn Syrup oder kurz HFCS.

Dank der Agrarsubventionen ist HFCS billiger als Zucker und daher Süßungsmittel nach Wahl. Fast alle Softdrinks sind damit gesüßt, auch in anderen Lebensmitteln wird es eingesetzt. Da HFCS in manchen Studien mit Fettleibigkeit, Allergien oder Diabetes in Zusammenhang gebracht wird, werben manche Hersteller mittlerweile sogar wieder damit, "echten" Zucker zu verwenden. Und Schweppes wurde verklagt, weil ein "100% natural" Getränk HFCS enthält.

Und der Rest der Welt? Nimmt wohl das was am billigsten ist: Rohrzucker. Caipi ole!

P.S.: Waschmaschine mit Innenraumbeleuchtung wie beim Kühlschrank. Das nenne ich Luxus.

Saturday, June 13, 2009

SIFF

Dieses Wochenende ist das letzte des SIFF — Seattle International Film Festival.

Gestern habe ich Alle anderen angeschaut, ab 18.6. in den deutschen Kinos. Es geht um ein Paar, das eine ganz seltsame Beziehung führt, die man nicht wirklich als liebevoll bezeichnen kann. Ich würde den Film auf keinen Fall nochmal sehen wollen, obwohl er war auf seine Art interessant war, wenn auch viel zu lang. Wer etwas masochistisch veranlagt ist und sich zwei Stunden lang unwohl fühlen möchte, der sollte den Film gucken.

Deutlich besser hat mit der kanadische Film West of Pluto gefallen. Offensichtlich mit minimalem Budget gedreht, fesselte der Film über die gesamte Länge. Dargestellt werden Szenen aus dem Leben pubertärer Jugendlicher aus der Franko-kanadischen Provinz Quebec. Ich habe viel geschmunzelt und gelacht, einiges über Quebec gelernt, gemerkt, dass das Französisch dort für mich völlig unverständlich ist, und über pubertäre Verhaltensweisen geschmunzelt, die ich selbst vermutlich auch an den Tag gelegt habe (und manchmal noch lege?).

Das Highlight bis jetzt war allerdings unbestritten Finding Bliss, ein Film aus Seattle, der deutlich professioneller daherkommt (1.5mn budget, Denise Richards und (wow!) Leelee Sobieski), aber trotzdem sehr ungewöhnlich ist. Es geht um Jody, eine Studentin, die Regisseurin werden möchte und aus Mangel an Jobangeboten eine Stelle als Cutter in einem Pornostudio annimmt. Abends dreht sie in dem Studio ihren eigenen Film. Der Film ist auf der einen Seite sehr amüsant, die schrillen Charaktere der Porno-Darsteller sind einfach klasse, auf der anderen Seite sehr nachdenklich, daJody ihren Weg zwischen Idealen und Realität finden muss und dabei viel über ihr verkorkstes ich lernt. Vor allem ist der Film aber eins — erfrischend explizit. Dass ich keinen Ausweis am Eingang zeigen musste (wie in jeder Bar hier) hat mich sehr überrascht.



Die nächste Überraschung kam nach dem Film: Die Dame vor uns erhob sich und ging nach vorne. Es war Julie Davis, die Regisseuring, die noch für eine Q&A-Session zur Verfügung stand. Sie konnte noch viel interessantes berichten. U.a. habe ich ein faszinierendes Detail der amerikanischen Filmeinstufung gelernt: Die Darstellung eines unerigierten primären männlichen Geschlechtsorgans ist im wesentlichen i.O. und führt lediglich zu einer R-Einstufung (Unter-18jährige müssen in Begleitung eines Über-21jährigen kommen), wird der Penis allerdings mit der Hand berührt, zieht das automatisch eine NC-17-Einstufung nach sich (keiner unter 18 mehr erlaubt). Gut, dass es dafür so genaue Regeln gibt.

A propos Regeln: Gestern bin ich das erste Mal nicht in eine Bar gekommen. Nachdem mein deutscher Führerschein bisher kein Problem war, wurde ich gestern belehrt, dass gemäß Washington State Law internationale oder nicht-amerikanische Führerscheine nicht ausreichend seien, um zu belegen, dass ich über 21 bin. Ich solle bitte den Reisepass mitbringen, oder zumindest eine Kopie. Dass eine Passkopie deutlich sicherer ist als ein Original-Führerschein leuchtet sicher jedem ein, oder?

Morgen zum Abschluss nochmal ein deutscher Film: Hinter Kaifeck mit Benno Fürmann und Alexandra Maria Lara. Ich bin gespannt.

Thursday, June 11, 2009

Wasserfall-Quiz | Auflösung

Men are insignificant compared to nature.

Die gesuchten Wasserfälle stammen aus der Serie Twin Peaks. Das Geschehen spielt im Ort Snoqualmie.

Im Trailer könnt ihr die Wasserfälle sehen, ab etwa 1:45.